Seit jeher haben sich die Menschen mit diversen
Orakeltechniken befasst. Schon im antiken Griechenland kannte man mehr als 200 unterschiedliche Varianten, wovon man zu 60 Formen des Orakels nähere Informationen hat. Ein Orakel zu befragen hat die Menschheit schon immer gereizt, denn schliesslich möchte jeder gerne wissen, was ihn in der Zukunft erwartet. Jede Technik basiert auf einer eigenen Theorie, umfasst feste Rituale und greift auf bestimmte Hilfsmittel zurück. In der Antike wurden die Orakel als Verbindung zu den Göttern angesehen, sodass die Botschaften göttlichen Ursprungs waren.
Natürlich sind einige auch nicht mehr zeitgemäss und gerieten deshalb irgendwann in Vergessenheit. Heute würde schliesslich keiner mehr anhand von tierischen Eingeweiden die Zukunft deuten. Daneben gibt es aber auch Orakeltechniken, die seit mehreren Jahrhunderten nichts von ihrer Popularität verloren haben. In Europa werden aktuell rund 25 verschiedene Orakeltechniken praktiziert.
Orakel sagen das Schicksal voraus
Menschen sind von Natur aus neugierig und wollen wissen, welche positiven und negativen Wendungen das Leben für sie bereithält. Gute Veränderungen geben Hoffnung und lassen zuversichtlich in die Zukunft schauen. Wenn man von künftigen Herausforderungen und Hürden weiss, kann man sich gezielt darauf vorbereiten und sein Schicksal noch halbwegs selbst in die Hand nehmen.
Für die meisten Menschen ist das persönliche Schicksal nicht ersichtlich, doch es gibt Personen, die ein solches Talent mit in die Wiege gelegt bekommen haben. Sie sind so feinfühlig und können auf ihr Unterbewusstsein zugreifen. Dazu versetzen sie sich in einen Zustand totaler Entspannung und Ruhe, was meistens mit einer Meditation gelingt. Auch wenn diese Leute ein Orakel befragen, kommen die Antworten aus ihrem Unterbewusstsein. Die Hilfsmittel dienen lediglich zur Unterstützung bei der Deutung.
Die wichtigsten Orakeltechniken der Neuzeit
Bis heute ist das Interesse der Menschen an Orakeln zur Zukunftsdeutung ungebrochen. Viele davon sind absolut zeitlos und auch in der Gegenwart noch absolut treffsicher. Einige können auch von Laien erlernt und an jedem beliebigen Ort genutzt werden.
Kartenlegen
Der absolute Klassiker unter den
Orakeltechniken ist sicher das Kartenlegen. Die meisten Kartenleger haben ihr bevorzugtes Kartendeck, wobei Tarotkarten, Lenormandkarten, Engelskarten, Zigeunerkarten und Kipperkarten am bekanntesten sind. Die Karten können nach verschiedenen Mustern ausgelegt werden. Für die Weissagung sind dann deren Position und die umgebenden Karten von Bedeutung. Bereits im 15. Jahrhundert etablierte sich das Kartenlegen in Europa, wobei es wahrscheinlich von den Sinti und Roma eingeführt wurde. Dank der Okkultisten setzte sich das Kartenlegen im Lauf des 18. Jahrhunderts dann endgültig durch.
Handlesen
Bereits seit dem Altertum beschäftigen sich spirituell interessierte Menschen mit dem Handlesen, was auch als Chiromantie bezeichnet wird. Nicht nur die auf der Handfläche verlaufenden Linien können Auskunft über die Zukunft geben, sondern auch die Form der Hand an sich. Ausschlaggebend ist der Verlauf der Linien, feine Abzweigungen und ihre Tiefe. Man liest immer in der sogenannten aktiven Hand - bei Rechtshändern ist das die rechte Hand. Doch nicht nur aus den Händen kann gelesen werden. Hinweise bezüglich der Zukunft können auch die Fusssohlen, der Bauchnabel oder die Stirnfalten liefern. Selbst wenn es an diesen Körperstellen Fehlbildungen gibt, kann dies als Zeichen gewertet werden.
Bleigiessen
Vielen ist gar nicht bewusst, dass sie sich an Silvester mit einem Orakel beschäftigen. Beim Bleigiessen erzeugt das flüssige Blei oder Zinn beim Auskühlen im Wasser bestimmte Formen, die dann gedeutet werden können. Ähnliche Orakel gab es schon im 3. Jahrhundert v. Chr., als in Mesopotamien Öl ins Wasser geschüttet wurde.
Kristallkugel
Keine allzu lange Tradition hat das Lesen aus der Kristallkugel, denn das wurde in Europa erst während des 19. Jahrhunderts eingeführt. Diese Form des Orakels kennt man vor allem von Jahrmärkten. Die Wahrsager können in der Kugel bestimmte Lichtmuster wahrnehmen oder sich auch auf eine geistige Reise begeben. Ganz ähnlich funktioniert auch das Beobachten von Kerzen, wobei dann die Reflexe des Lichts gedeutet werden.
Numerologie
Zahlen haben nicht nur eine mathematische Bedeutung, sondern werden auch in der Numerologie verwendet. Das Geburtsdatum kann beispielsweise einiges über die jeweilige Person verraten. Darüber hinaus kann man durch die Zahlenfolgen aber auch vieles über die aktuellen Lebensumstände und die Zukunft erfahren.
Pendeln
Beim Pendeln geht es um das Aufzeichnen von Schwingungen, denn alles in uns und um uns herum ist Energie. Mit diesem esoterischen Hilfsmittel können die Schwingungen des Unterbewusstseins sichtbar gemacht werden. Einigen Wahrsagern soll es auch möglich sein, damit die Zukunft vorherzusagen, Gefahren zu erkennen und den idealen Tag für gewisse Vorhaben herauszufinden.
Runenorakel
Bis ins Mittelalter hinein nutzten die germanischen Völker Runen, weniger zur Kommunikation als zu magischen Zwecken. Die Zeichen wurden in kleine Steine, Holzstückchen oder Knochen eingeritzt. Diese wurden dann auf eine Oberfläche geworfen oder aus einem Säckchen gezogen. Teilweise wurden sie auch nach einem bestimmten Schema ausgelegt, um die Konstellationen dann deuten zu können. Da die Ära der Wikinger wieder sehr in den Fokus des Interesses rückt, wird auch das Runenorakel zunehmend populärer.
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